Erkenne Dich selbst als Mann!
Befreie den Mann im Mann. Folgende Schritte können dabei hilfreich sein:

1. Versöhne Dich mit Deinem Vater

Wir müssen anerkennen, dass unsere männlichen Vorfahren selbst Gefangene der politisch-gesellschaftlichen Umstände waren. Sie hatten wenig Wahlmöglichkeiten. Bedingt durch zwei Kriege wuchsen unsere (Groß-)Väter oftmals ohne echte Vaterfigur auf, welche wahre Männlichkeit hätte vorleben können. Darüber hinaus war in den meisten Berufen bis in die 1960er Jahre die 48-Stunden-Woche mit Samstagsarbeit selbstverständlich. Hatten die Männer also den Krieg überlebt, mussten sie arbeiten, sodass ihnen kaum Zeit für ihre Familien und Regeneration blieb. Wie sollten sie vor einem Hintergrund zwischen Kanonenfutter und Funktionieren-Müssen selbst eine reflektierte, männliche Identität entwickeln?

2. Versöhne Dich mit Deiner Mutter

Weil die Väter meist (beruflich) abwesend sind, liegt unsere Erziehung und Sozialisation überwiegend in den Händen von Frauen – sei es Zuhause, im Kindergarten oder der Grundschule. In den ersten zehn Lebensjahren prägt uns in erster Linie die weibliche Weltsicht. Echte männliche Vorbilder begegneten uns kaum im direkten Umfeld, allenfalls idealisiert in Gestalt von Film- oder Romanhelden. Ähnlich erging es ungezählten Müttern und anderen weiblichen Bezugspersonen. Dies kann soweit führen, dass sie die Abwesenheit der (Ehe-)Männer und Väter durch eine intensive Mutter-Sohn-Beziehung überkompensieren.

3. Werde Dir bewusst über deine Verletzungen und Wunden

Unsere Beziehungsmuster spiegeln unsere tiefsten Verletzungen und Wunden, wir müssen nur bereit sein, genau hinzuschauen. Wage hinter die eigene Maske, in den Schattenbereich des eigenen Egos zu blicken. Vor welchen Emotionen habe ich die größte Angst? Was verurteile ich bei anderen am meisten? Wenn wir uns gestatten, uns Schwächen und Makel zuzugestehen und unsere emotionalen Verletzungen näher zu betrachten, sind wir schon einen entscheidenden Schritt weiter in Richtung Authentizität als Mann, im Sinne des einfach Mann-Sein.

4. Liebe Dich selbst und den Mann in Dir

Sich selbst zu lieben, heißt verantwortungsvoll mit sich selbst umzugehen. Nimm die eigenen Ängste, Schwächen, Wunden, Verletzungen, ja, und auch die eigene Männlichkeit sowie alles was dazu gehört, liebevoll an. Viele Männer neigen dazu, Aggression abzulehnen. Aggression ist jedoch nicht an sich negativ, dahinter verbirgt sich viel Kraft und Energie. Richtig kanalisiert kann sie viel Positives bewegen.

5. Teile dich anderen Männern mit

Ein echter Austausch mit anderen Männern, jenseits von Imponiergehabe und Konkurrenzdenken, wird dich in der Entwicklung deiner Männlichkeit unterstützen und bestärken. Es ist erstaunlich, was passiert, wenn Du wagst, Dich anderen Männern gegenüber emotional zu öffnen. Im Übrigen stehen wir mit unseren Krisen und Problemen gar nicht so allein auf weiter Flur, wie wir denken. Anderen Männern geht es genauso.

6. Folge Deiner Intuition

Ein weit verbreitetes Klischee lautet, Intuition sei reine Frauensache. Würden sich jedoch mehr Männer stärker auf ihre Intuition einlassen, sähe unsere Gesellschaft anders aus. Verstandeslogik oder Intuition denken viele Männer und entscheiden sich, sofern sie überhaupt zweifeln, für erstere. Wir brauchen jedoch beide. Wir Männer müssen wieder lernen, unserer Intuition zu vertrauen, unsere innere Stimme zu hören.

7. Öffne Dein Herz

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ heißt es schon im kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry. Wenn wir weniger auf der Grundlage des Denken und des Verstandes handeln und mehr unserer Intuition folgen, bleibt es nicht aus, dass wir auch unser Herz stärker öffnen. Erst dann wird echte Begegnung mit anderen Frauen und Männern möglich.